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Hintergründe

Das LICHTHOF Theater ist mehr als eine Spielstätte. Mit den unterschiedlichen Akteuren der Hamburger Off-Theaterszene halten unterschiedliche Inhalte, Ästhetiken, Zielsetzungen Einzug in das Theater. Um diese besser kennenzulernen spricht das LICHTHOF im Zuge einzelner Produktionen mit den Theaterschaffenden, um auch dem Publikum Einblick in das Denken und Arbeiten derer anzubieten, von denen sonst meist nur Endprodukte zugänglich sind. Auf diesen Seiten finden sich kürzere und längere Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern der Spielzeit 2015/16. Gespräche aus der vergangenen Spielzeit 2014/15 sind hier zu finden.

"Jeder schreibt sich 'Freiheit' auf die Agenda"

Gero Vierhuff studierte Angewandte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. Seit 2003 inszeniert er an unterschiedlichen Stadt- und Staatstheatern und ist regelmäßig als Produzent und Regisseur in der freien Theaterszene in Niedersachsen und Hamburg tätig. Er war künstlerischer Leiter beim KALTSTART Theater-Festival im Haus III&70 in Hamburg. Mit Rachelle Pouplier sprach er anlässlich seines neuen Projekts DER ELEKTRISCHE REITER (Premiere Donnerstag, 9. Juni) über den ambivalenten Begriff "Freiheit", seine Vorliebe für dramatische Geschichten und die Übertragbarkeit alter Hollywood-Schinken auf die Theaterbühne heute.

"Im Kino kommen neue Formen zustande"

Gerlind Reinshagen gehört zu den wichtigsten Dramatikerinnen Deutschlands. Ihre Stücke wurden seit 1968 regelmäßig von Claus Peymann inszeniert. Neben vielen anderen Preisen erhielt sie den Mühlheimer Dramatikerpreis (1977), die Ehrengabe des Andreas-Gryphius-Preises (1982), den Niedersachsenpreis (1999) und wurde noch 2008 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Die vielseitige Autorin verfasst auch Kinderbücher, Hörspiele und Prosa. Am 4. Mai 2016 feiert Gerlind Reinshagen am Berliner Ensemble ihren 90. Geburtstag und einen Tag darauf feiert die Inszenierung ihres Dramas HIMMEL UND ERDE  am LICHTHOF Theater Premiere. Im Gespräch mit Regisseurin Erla Prollius erzählt Reinshagen von ihren Anfängen als Schriftstellerin, der Inspiration für HIMMEL UND ERDE und ihrer Vorliebe für das Kino.

"Die Hoffnung auf Veränderung ist naturgemäß enthalten"

In drei Sprachen erzählt das international produzierte No(s) révolution(s) Anekdoten von unterschiedlichen revolutionären Zeiten und Orten. Es entsteht eine "Fiktionsrevolution", die nach und nach real wird: Geräusche von draußen, Aufruhr, Fremdes und Vertrautes zugleich. Der Text ist eine Zusammenarbeit der Hamburger Autorin Ulrike Syha mit dem portugiesischen Autor Mickael de Oliveira, inszeniert wurde No(s) Révolution(s) von der französischen Regisseurin Anne Monfort. Ulrike Syha wurde mit vielerlei Preisen ausgezeichnet, darunter der Kleist-Förderpreis (2002), der Hamburger Förderpreis für Literatur (2010) und der Robert Gernhardt-Preis (2014). 2015 wurde ihre Kurzgeschichte Jin Mao mit dem vom rbb und Literaturhaus Berlin ausgelobten Walter Serner-Preis prämiert. Dem LICHTHOF hat sie einige Fragen zu Inhalt und Entstehung von No(s) Révolution(s) beantwortet.

"Missstände anprangern ohne Belehrtheater zu machen"

Für ihr Inszenierungskonzept DAS TOTENSCHIFF nach B. Traven erhielt Clara Weyde den Start off-Förderpreis 2015. Die Premiere dieser Romanadaption ist am Freitag, 09. Januar 2016. Gemeinsam mit dem Dramaturgen Bastian Lomsché erzählt sie im LICHTHOF Interview von der Entstehung des Projekts, der (Un-)Möglichkeit ungebrochener Botschaften auf der Theaterbühne, und einem fälschlichen Zusammenhang zwischen politischem Theater und altbackener Ästhetik. Die Fragen stellte Rachelle Pouplier.

"Der Aufstand gegen die Wirklichkeit"

Das Team von KarlMaySelf (Start off-Sieger 2014) ist zurück am LICHTHOF und reitet weiter durch die Welten wundersamer Wirklichkeit. Diesmal im Zentrum: CERVANTES, Autor von Don Quijote. Aber auch: Theologe, Soldat, Held, Höfling, Kriegsgefangener, Sklave, Verbrecher, Reisender, gefeierter Autor und einsamer, gescheiterter Poet. Zwischen den Mühlsteinen von Cervantes historische Wirklichkeit und fantastischer Imagination erarbeitet das junge Team um Johannes Ender wieder einen Abend voller intelligenter Unterhaltung, der Vergangenes ins Heute holt. Rachelle Pouplier sprach mit dem aufstrebenden Regisseur und den beiden Schauspielern Björn Meyer und Jasper Diedrichsen u.a. über die Bedeutung von Cervantes heute, die Lust am Fantasieren und den Unterhaltungsfaktor zeitgenössischen Theaters.

"Die Welt nur noch in Zahlen sehen"

Wie kann etwas so Perfektes wie die Natur etwas so Unfertiges wie den Menschen hervorbringen? In Gentrifiction von Lena Biresch tummeln sich sprachgewitzte Figuren, die trotz ihrer physikalisch-psychologischen Versiertheit das Leben und ihre Umwelt weder beherrschen noch verstehen können. Das mit dem Kaltstart-Jurypreis 2014 ausgezeichnete Drama kommt am Donnerstag, 15. Oktober, in der Inszenierung von Helge Schmidt zur Uraufführung. Rachelle Pouplier traf den Jungregisseur während der Hamburger Theaternacht 2015 im LICHTHOF Theater und sprach mit ihm über seinen ersten Zugriff auf Gentrifiction, Luftballons, und die Hilflosigkeit in einer vertheoretisierten Wirklichkeit.

Weiter hat sich Lena Biresch hat sich einigen Fragen von Christina Bellingen gestellt. Hier geht es zum Gespräch zwischen Dramaturgin und Autorin: "Was man über die Menschheit behaupten kann".


"Es braucht eine Schwarze Perspektive am Theater"

Erinnerung ist keine Wellness-Oase, aber trotzdem eine Reise wert, findet Simone Dede Ayivi. Ihre Performance Performing Back, die in Zusammenarbeit mit den Sophiensælen entstand, ist ein multimedialer Reisebericht aus Schwarzer Perspektive. Mit ihrer Kompilation aus vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Fundstücken dekonstruiert Ayivi koloniale und rassistische Bilderwelten und sucht nach neuen Formen einer postkolonialen Ästhetik. Performing Back ist eine Veranstaltung im Rahmen von 30 Jahre Initiative Schwarze Menschen und wird am LICHTHOF Theater am Freitag, 9.10., und Samstag, 10.10. gezeigt. Rachelle Pouplier sprach mit Ayivi über Schwarze Unterrepräsentation im deutschen Theater, die Notwendigkeit eines Perspektivwechsels und die Möglichkeiten des Afrofuturismus.

 
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