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Greta Granderath und Juliana Oliveira

ISO 400

Zwei Performerinnen auf der Bühne: Zwei ernste Damen mit Hut in Schwarz-Weiß. Ein Hochzeitspaar mit abgeschnittenen Füßen. Großer Bruder und kleine Schwester im sonnigen Hinterhof. Zwei 90er-Jahre-Mädchen auf einer Mauer am Meer. Auf dem Sofa sitzende Frau mit Baby. Zwei vor der Kathedrale, vorm Sonnenuntergang, vorm Weihnachtsbaum. Zwei auf dem Berggipfel, beim Karneval, beim Essen. Wer hat diese Paare fotografiert? Oder waren sie alleine mit Kamera und Selbstauslöser?

 

In der Performance „ISO 400" nimmt das Duo Greta Granderath und Juliana Oliveira eine Sammlung analoger Privatfotos zum Ausgangspunkt für Blitznarrationen und spielerische Szenarios. Durch Bildbeschreibungen, Rekonstruktion und Aneignung entfalten sie ein collagehaftes, bewegtes Fotoalbum. Aus vertrauten und fremden Vergangenheiten entsteht eine skurrile Bilderwelt voller Blicke und Posen, Unschärfen und Leerstellen. Es blitzt: Ein Bild entsteht in der Dunkelkammer, in der Blackbox, im Kopf.

 

Wenn das Selfie paradigmatisch für die heute omnipräsenten, digitalen (Selbst)Bilder ist – wie wird dann in der aussterbenden Praxis der Analogfotografie Vergangenheit erinnert und erzählt? Welche Bilder von Zweisamkeit, Verpaarung, Verdoppelung und Begegnung hat sie entwickelt?

 

„ISO 400" basiert auf der seit 2016 fortlaufenden Performance-Serie „o.T." und setzt sich wie diese mit einer stetig wachsenden Sammlung eigener und gekaufter privater Analogfotografien auseinander.

 

Künstlerische Leitung und Performance: Greta Granderath und Juliana Oliveira

Dramaturgische Beratung: Hannah Georgi

Technik: Alexander Joseph

 

Gefördert durch: Hamburgischen Kulturstiftung, Probebühne im Gängeviertel

 

Foto © Christian Bartsch

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© 2020 LICHTHOF Theater Hamburg