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Helge Schmidt und Ruth Marie Kröger

Ein Volkskanzler

Nach einem Text von Maximilian Steinbeis

HAMBURG PREMIERE

 

 Stimmen:

„[...] die 40 Minuten dieser Demokratie-Performance vergehen wie im Flug. Angenommen, sagt Kröger immer wieder, angemonnen, angenommen – und die süffisante Art, wie sie dieses Wort spricht, verrät, dass es eben nicht weit hergeholt ist, was sie da beschreibt. Demokratie ist nie erreicht, sie muss denen, die in Freiheit leben, kostbar sein, damit sie nicht in Gefahr gerät. Das ist keine neue Erkenntnis, doch an diesem Abend erfährt sie Dringlichkeit.“ (Rheinische Post, Dorothee Krings, 20.7.2020)

 

„Während Ruth Marie Kröger lässig plaudernd auf der Bühne über eine neue Verfassung nachdenkt, wirft sie achtlos und doch so vielsagend das Grundgesetz auf den Boden. Eindrucksvolle Symbolik. So schnell kann das gehen, dass es als Altpapier entsorgt wird.“ (Westdeutsche Zeitung, Peter Kurz, 20.7.2020)

 

 

Mal angenommen, es käme einer. Einer, der die Menschen begeistert und mit Hoffnung erfüllt. Einer, der sie mobilisiert und ihnen Schwung verleiht. Einer, der Krise kann. Und mal angenommen, dieser eine hat Erfolg. Wie gefeierte Grundrechte unter den Augen aller ausgehöhlt und umgebaut werden, wie kurz der Weg von der Demokratie zur Diktatur ist, vollzieht dieses Gedankenexperiment in sechs Schritten.

 

Journalist und Verfassungsexperte Maximilian Steinbeis hat die politischen Ereignisse in Ungarn, Russland und Polen beobachtet und erkennt Muster, denen dieser eine auch in Deutschland folgen könnte. Sein Essay "Ein Volkskanzler" hat für Aufregung bis in Regierungskreise gesorgt und stand auf der Tagesordnung der Landesjustizminister. Regisseur Helge Schmidt bringt den packenden Politplot mit Schauspielerin Ruth Marie Kröger beim "asphalt auf See" zur Uraufführung. Nun kommt die Produktion ans LICHTHOF. Hier zeigten sie zuletzt die preisgekrönte Produktion "Cum-Ex Papers". 

 

Von und mit: Ruth Marie Kröger / Regie: Helge Schmidt / Produktion: Marion Troja

Länge: etwa 40 Minuten


Helge Schmidt ist als Regisseur in der freien Szene Hamburgs aktiv. 2017 zeigte er am Theater Erlangen seine Stückentwicklung »Weltverbesserungstheater«, die in der Kritikerumfrage der Deutschen Bühne in der Kategorie herausragende Inszenierung der Spielzeit 2017/2018 nominiert wurde. Helge Schmidt verwirklichte nach monatelanger Zusammenarbeit mit internationalen Journalistinnen und Journalisten am LICHTHOF Theater das Projekt "Cum-Ex Papers – Eine Recherche zum entfesselten Finanzwesen". Für diese Produktion erhielt er den FAUST-Preis 2019 in der Kategorie Regie Schauspiel.

 

Maximilian Steinbeis ist ausgebildeter Jurist. Er arbeitet als Journalist und Schriftsteller. Als Experte für internationale Verfassungsfragen betreibt er den weltweit anerkannten "verfassungsblog.de". 2019 ist sein Buch "Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch" erschienen.


Ruth Marie Kröger,
Theater- und Filmschauspielerin, hat nach ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover in Engagements an den Freien Kammerspielen Magdeburg, am Schauspiel Frankfurt und Schauspiel Köln gearbeitet. In Köln lernte sie die Regisseurin Katie Mitchell kennen, die ihr zentrale Rollen in Köln, Hamburg, Salzburg und Berlin übertrug – zuletzt in "Anatomie eines Suizids", eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2020. Mit Regisseur Helge Schmidt hat sie 2019 das Projekt "Cum-Ex Papers" realisiert.

 

Eine Koproduktion mit dem asphalt Festival Düsseldorf im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und die LICHTHOF Stiftung.

 

Foto © Nana Franck

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© 2020 LICHTHOF Theater Hamburg